Wie Sie die Verkaufstricks im Einzelhandel durchschauen!
Verkaufstricks im Supermarkt und Einzelhandel.
Auszug
aus: Billigeinkauf von A-Z
Schon manche Hausfrau hat sich darüber geärgert, dass sie im Supermarkt nur eine Kleinigkeit einkaufen wollte und dann doch mit einer Einkaufstasche voller Waren heimkehrte. Damit wurde sie ein Opfer der mancherlei Verkaufstricks, die von den Werbestrategen der Unternehmen mit Erfolg an ihr ausprobiert wurden.
Was nur wenige wissen: Ein ganzer Berufsstand lebt davon, Verkaufstipps und -tricks zu entwickeln, mit denen den Leuten das Geld aus der Tasche gelockt werden soll. Da das Sparen - bzw. der Billigeinkauf - aber schon damit anfängt, dass man sein Geld mit wachenden Augen ausgibt, ist es unabdingbar, dass man sich einmal mit den verschiedenen psychologischen Kaufanreizen auseinandersetzt.
- Fertigen Sie sich bereits daheim eine Einkaufsliste an. Die meisten Ausgaben geschehen durch Spontankäufe. Wer aber nach Gefühl einkauft und seinen Augen und Ohren freien Spielraum lässt, wird schnell von den verschiedenen Reizen gefangengenommen.
- Halten Sie sich an Ihre sorgfältig ausgearbeitete Liste und nehmen Sie nach Möglichkeit nur soviel Geld mit, wie Sie tatsächlich benötigen. Viel Geld in der Tasche verleitet zur Leichtsinnigkeit. Lassen Sie auch Kredit- und Scheckkarte daheim. Man kann kein Geld verplempern, wenn man keins mehr bei sich hat oder nicht darüber verfügen kann.
- Vergleichen Sie die Preise von Sonderangeboten. Wenn Sonderangebote offeriert werden, empfiehlt sich ein Preisvergleich. Lockangebote hält jeder Supermarkt bereit. Vergleichen Sie deshalb die Inserate in den Tageszeitungen, Werbeprospekten und die aktuellen Marktberichte.
Machen Sie es sich zur Angewohnheit, an Sonderangeboten aber auch mal vorbeizugehen, wenn Sie sie nicht brauchen. Was nützt Ihnen zum Beispiel ein Sonderangebot Katzenfutter, wenn Sie keine Katze haben?
- Großpackungen werden von den meisten Kunden als besonders preisgünstig eingeschätzt. Hierbei sollte man sich aber nicht blenden lassen. Abgesehen von sogenannten "Mogelpackungen" zeigt sich beim Umrechnen der oftmals bewusst krumm angegebenen Preise und Gewichte, dass Sie sich mit kleineren Packungen eigentlich besser stehen.
Das trifft besonders dann zu, wenn etwa bei größeren Packungen das Produkt schneller alt wird, zu üppig verbraucht wird oder der Bedarf gering ist. Nehmen Sie sich ruhig einen kleinen Taschenrechner mit und checken Sie durch, was Ihnen das Produkt bei einer
großen und einer kleinen Mengenabnahme kostet.
- Ein Kunde kauft dann am meisten, wenn es ihm besonders leicht gemacht wird. Das fängt schon bei den Einkaufswagen an. Manch einer kauft nur deshalb soviel, weil sich alles so leicht in das Gefährt packen lässt. Andere wieder schämen sich, wenn sie in dem riesigen Wagen nur 2-3 Teile liegen haben und nehmen dann "anstandshalber" noch ein paar andere Waren mit hinzu.
Genau das ist aber mit den bequemen Einkaufswagen beabsichtigt. Wenn Sie die Wahl zwischen Einkaufswagen und Einkaufskorb haben, wählen Sie einen Einkaufskorb, da passt nicht soviel rein und die Kauflust nimmt mit der Last des Korbes ab.
- Achten Sie auf Artikel, die in Augenhöhe liegen. Da ist besonders verführerisch etwas mitzunehmen, was man eigentlich gar nicht braucht. Zudem sind dort postierte Waren in der Regel teurer als an versteckteren Plätzen. Schauen Sie also ruhig einmal in die oberen und unteren Regale und Reihen. Die dort stehenden Produkte sind oft gleichwertig, aber billiger.
- Lassen Sie nach Möglichkeit Ihre Kinder beim Einkauf daheim oder wenn es nicht anders geht und sie mit Ihnen gehen müssen, achten Sie auf die Kleinen. In den für Kleinkinder passenden Regalen liegen die meisten
Süßigkeiten und Kleinspielzeuge nicht etwa aus Zufall.
Manches Produkt wurde schon von einer flinken Kinderhand ergriffen und - um des Friedens willen - mitgenommen.
Wie Sie die Verkaufstricks im Einzelhandel durchschauen!
Verkaufstricks im Supermarkt und Einzelhandel.
- Auch wenn besonders große Preisschilder auf Artikel aufmerksam machen, muss das noch lange nicht bedeuten, dass es sich hierbei um Sonderangebote handelt oder die Waren preisgünstiger sind. Ganz im Gegenteil dienen
große, bunte Hinweis- und Preisschilder oftmals dem besonderen Kaufanreiz für Artikel, die im Vergleich zu anderen sogar teurer sind.
- Lassen Sie sich nicht von großen Mengen beeindrucken. So, wenn ein riesiger Berg Schokolade, Gebäck oder irgendeine andere Ware aufgetürmt wurde. Hier soll das Produkt für sich selbst werben und suggerieren, damit viele Leute den Artikel kaufen - warum also nicht auch Sie? Meistens finden Sie die gleichen Waren im Verkaufsraum selbst noch einmal, dann aber unscheinbar in einem Sammelregal.
- Lassen Sie sich nicht durch "Verknappung" der Ware verleiten. Gerne wird der uralte Verkaufstrick angewendet, bei dem der Verkäufer lauthals verkündet, dass man nur noch wenige Exemplare eines ganz bestimmten Artikels hat.
Hierbei soll das Verlangen geweckt werden "schnell" noch ein Stück zu ergattern, obwohl vielleicht eine halbe Stunde später bereits eine neue Ladung des ach so knappen Produkts aufgetischt wird. Dieser Verknappungstrick wird nicht nur im Kaufhaus angewendet, sondern auch von Staubsaugervertretern und Versicherungsverkäufern.
- Vergleichen Sie die sogenannten "Markenartikel" mit anderen Produkten ohne oder mit einem weniger bekannten Namen. Bei den bekannten Marken zahlen Sie meistens deren Werbung mit, während die unscheinbaren Namen oft noch besser sind als die teuren Marken. Das haben die Testergebnisse der Verbraucherorganisationen wie auch die der Stiftung Warentest schon des öfteren ergeben.
- Seien Sie misstrauisch, wenn auf einer Ware der Hinweis "empfohlener
Richtpreis des Herstellers" steht. Ein solcher Preis ist immer überhöht, damit der Händler noch die Möglichkeit hat, durch eigene Preisabstriche besonders günstig dazustehen.
- Lebensmittel im Ur- bzw. Naturzustand sind immer preiswerter als
bearbeitet, gemahlen, gemixt, gekocht und schön bunt verpackt. Die so vorgefertigten, mundgerecht verpackten Artikel dienen nur der Bequemlichkeit. Hierbei spielt der psychologische Aspekt eine wesentliche Rolle.
"Einfach ins kochende Wasser werfen" heißt es dann, oder: "Im Handumdrehen fertig!" Dabei kostet der Käse, den man selber schneidet meistens weniger Zeit als der, bei dem man sich mit der Folie von einzeln, maschinell verpackten Scheiben herumschlagen muss. Das gleiche gilt für Fleisch, Geflügel, Obst und Gemüse.
- Lassen Sie sich nicht von exotischen Bezeichnungen verleiten. Werbefachleute geben manchen Produkten phantasievolle Namen, obwohl ein Kalifornischer Schlemmerbraten genauso nur aus Rindfleisch ist wie ein Stück ohne diesen Namen. Das trifft auch auf "sonnensaftige Pfirsiche" oder die "Schokolade für die glücklichen Stunden zu zweit" zu.
Meistens identifiziert sich der Käufer mit dem Produkt und glaubt nachher nur noch eben diese Namensartikel kaufen zu müssen. Dabei schlägt sich die
verheißungsvolle Werbebotschaft leider meistens nur auf den Preis nieder und weckt die Neugier der Leute.
- Alkoholische Getränke kauft man am besten nicht nach dem Etikett, sondern nach dem Geschmack. Sofern man kein absoluter Weinkenner ist, trinkt man Perl- und Prickelwein genauso gern wie teuren Champagner, von dem manch einer schon herb enttäuscht wurde, obwohl er einen "stolzen Preis" dafür bezahlte. Wein-Hausmarken lassen sich oft von teuren Markenweinen kaum unterscheiden.
Und doch beträgt der Preisunterschied hierfür manchmal bis zu 150 Prozent. Demjenigen, der meint, dass es solche Unterschiede bei der gleichen Qualität nicht geben könne sei verraten, dass die Weine oft von der gleichen Herstellerfirma kommen und lediglich das Etikett eine bessere Qualität vortäuscht. Will man einen solchen preiswerten Wein auch einmal statusbewussten Gästen kredenzen, kann man es so machen wie die Gaststätten und das Getränk in eine Karaffe umgefüllt einschenken.
- Gut beleuchtete Verkaufstische bergen nur selten preisgünstige Angebote. Hier soll die positive Stimmung verkaufen helfen. Befinden sich die Waren zudem auch noch in einer besonders harmonischen Anordnung, können Sie von einem teuren Preis ausgehen. Bei den billigen Sachen macht man sich meistens nicht so viel Mühe mit dem Aufbau.
- An den sogenannten "Wühltischen" sollten Sie zweimal hinschauen, bevor Sie etwas mitnehmen. Oft werden gezielt teurere Waren mit den preiswerten zusammengepackt. Während die billigen schnell "vergriffen" sind, finden die teureren
schließlich auch ihre Abnehmer. Ein uralter Trick, der dessen ungeachtet noch immer zieht.
Es verkauften einmal zwei Obsthändler Bananen und andere Früchte. Der eine zu einem anscheinend Wahnsinnspreis, der andere - etwa 20 Meter weiter - ca. 50 Prozent billiger. Beide waren Brüder und gehörten zusammen. Durch die überhöhten Preise des einen, strömten die Kunden zum anderen Stand und kauften wie toll. Abends zogen beide in die gleiche Richtung heim, nachdem heimlich und unbemerkt kurz vor Toresschluss die Waren des teuren mit denen des billigen Händlers vermischt worden waren.
- Hüten Sie sich vor Regalen, die unmittelbar vor den Kassen aufgestellt
sind. Zwar finden sich dort meistens nur kleine Mitbringsel wie Zigaretten und
Süßigkeiten. Doch sie sind ganz bewusst dort placiert, damit der in der Schlange wartende Kunde, schnell noch einen Griff in das letzte Regal wagt. Hier werden oft noch bis zu 20 Prozent des Umsatzes erzielt.
- Die meisten Menschen wenden sich beim Betreten eines Raumes zuerst nach
rechts. Genau dort stehen dann auch die teuersten Artikel. Dabei sollen die Dekoration und Aufmachung helfen, Ihre Augen gefangenzunehmen.
- Mitteltische und -stände sind mit Absicht dort aufgestellt, um den Lauf eines eintretenden Kunden zu
bremsen. Hier soll man erst einmal stehen bleiben, um Waren, die woanders preiswerter sind, möglichst sofort in den Korb zu packen.
- Ein interessanter Werbe- und Verkaufstrick ist es, zwei Artikel kombiniert
anzubieten. So findet sich denn neben dem Saft auch das passende Gläser-Set, bei den Turnschuhen liegen die Trainingsanzüge und neben den Fertiggerichten kann man nicht selten Kochtöpfe aussuchen.
Manchmal sind die Waren so verpackt, dass man sie nur paarweise oder dutzendweise kaufen kann.
Überlegen Sie, ob Sie eine so große Einheit brauchen und lassen Sie sich nicht vom scheinbar günstigeren Preis beeindrucken, wenn Sie die Sachen absolut nicht brauchen.
- Sanfte Hintergrundmusik wird von den Musikproduzenten gezielt auf den Gebrauch in Supermärkten abgestimmt. Sie soll den Käufer beschwingt stimmen und somit leichter zum Kauf anregen. Lassen Sie sich also nicht so sehr von Ihren Gefühlen leiten, sondern kaufen Sie nur nach Liste genau das, was Sie auch benötigen.
- Gehen Sie nie mit hungrigem Magen einkaufen. Das verleitet zum Mehrkauf von
Süßigkeiten und Nahrungsmitteln.
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Verkaufstricks im Supermarkt und Einzelhandel.
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